http://matthias-hielscher.de/blog/74/Deutsche_Rechtschreibung.html
März
24

Deutsche Rechtschreibung

Da ich im Internet immer wieder Dinge lese, die so in der deutschen Sprache nicht existieren, möchte ich hier einmal die Fehler niederschreiben, die mir am häufigsten auffallen.

Zuerst einmal für alle, die den Artikel bereits kennen, die Aktualisierungen:
22.04.2006: Wegen dir und deinetwegen
01.04.2006: AGBs
01.04.2006: Seid / Seit
30.03.2006: Erweitert: Im Frühjahr diesen Jahres
30.03.2006: Korrektur: Super-GAU
29.03.2006: Hinzugefügt: Verneinte Fragen
29.03.2006: Hinzugefügt: Das Gleiche / Das Selbe
26.03.2006: Hinzugefügt: Mehrzahl von "Museum"
26.03.2006: Korrektur: Indirekten Rede
25.03.2006: Hinzugefügt: Welt der Apostrophe
25.03.2006: Hinzugefügt: Getrenntschreibung

Wörter

Standard
Ich sehe sehr häufig die Schreibweise Standart, die, mal abgesehen von der falschen Rechtschreibung auch wirklich blöd ausschaut. Dieses Wort würde ich persönlich zu den am meisten falsch geschrieben Wörtern der deutschen Sprache zählen.

Gerade eben (30.03.2006, 16:33) sah ich diese Schreibweise: standardt \:shock\: *kopfschüttel*
Nun vor 5 Minuten (26.05.2006, 22:19) diese hier Standartd. Wirklich verrückt, was einige mit diesem Wörtchen für Probleme haben. ^^

Einzigste
Dieses Wort höre ich auch sehr häufig. Ich frage mich jedes Mal, wieso es so ausgesprochen/geschrieben wird. Es muss natürlich einzige heißen.

EMail / eMail
Wie heißt es denn nun? Korrekt sieht es die deutsche Sprache so vor: E-Mail. Die U-Bahn wird auch nicht uBahn oder UBahn geschrieben. \;\)

Albtraum oder Alptraum?
Freut euch, seit der neuen Rechtschreibreform ist auch die Schreibweise Albtraum zulässig. Es geht also beides.

Anscheinend / Scheinbar
Einige kennen ihn nicht, den Unterschied zwischen diesen beiden Wörtern. Ich zitiere aus dem Duden:

schein|bar (nur dem Scheine nach); er hörte scheinbar aufmerksam zu (in Wirklichkeit gar nicht), aber er hörte anscheinend (= augenscheinlich, offenbar) aufmerksam zu
© Duden - Die deutsche Rechtschreibung, 23. Aufl. Mannheim 2004 [CD-ROM]

Besser als hier kann man den Unterschied der beiden Wörter nicht erklären. Scheinbar steht für etwas, was so aussieht, als ob es so wäre, jedoch nicht so ist. Anscheinend bedeutet offenbar.

Genitiv vermisst

Im Frühjahr diesen Jahres [erweitert am 30.03.2006, 09:44]
Der Genitiv scheint irgendwie aus der Mode gekommen zu sein. Grammatikalisch korrekt ist Im Frühjahr dieses Jahres, auch wenn man es in Zeitungen oft anders liest. Ab und zu hört man ebenfalls in 2006, doch richtig ist nur Im Jahr(e) 2006 oder einfach 2006.

Wegen dir und deinetwegen [hinzugefügt am 22.04.2006, 20:56]
Bei uns in Baden-Württemberg wird ständig von "wegen dir" gesprochen, doch korrekt ist immer noch der Genitiv "deinetwegen". Dies ist mir bisher bei folgenden Wortkombinationen aufgefallen:

Beispiele:
wegen dir -> deinetwegen
wegen was -> weswegen
bei was -> wobei
um was -> worum
mit was -> womit
auf was -> worauf
für was -> wofür
von wo -> wovon

Noch ein Beispielsatz zur Verdeutlichung, wie es falsch ist:

Ich habe das nur wegen dir gemacht.

Korrekt müsste es lauten:

Ich habe das nur deinetwegen gemacht.

Sätze

Das macht Sinn
Ja, dieser Satz ergibt keinen Sinn, \;\) auch wenn ihn einige für selbstverständlich halten. Es kann etwas Spaß machen, oder es kann auch etwas Freude machen, doch Sinn machen kann man nicht. Etwas kann einen Sinn ergeben, aber aktiv dazu beitragen kann keiner. Korrekt wäre hier Das ergibt Sinn oder Das ist sinnvoll. Verdanken haben wir die falsche Schreibweise wohl den Amerikanern, bei denen That makes sense eine gültige Schreibweise ist.

Aber ich denke, "das macht Sinn" hat sich mitlerweile in den weitesten Teilen Deutschlands durchgesetzt und kann daher auch verwendet werden. Hochdeutsch wäre es jedoch nicht richtig.

Immer zweimal mehr wie du.
Einige von euch kennen sicherlich die Klingeltonwerbung mit den 2 Tassen, die sich unterhalten. Das Gespräch endet mit obigem Satz, der grammatikalisch gesehen völliger Blödsinn ist. Handelt es sich im Kontext um eine Ungleichheit (größer, kleiner, mehr, weniger, ...), folgt die Konjunktion als: Er ist größer als ich., Immer zweimal mehr als du.. Handelt es sich um Gleichheit, folgt die Konjunktion wie: Er ist gleich alt wie ich., Ich bin so groß wie du..
Kein Wunder, machen es viele junge Menschen falsch. Man hört es in solchen Werbungen ja immer seltener korrekt.

Ich kenne einen Student.
Blöder Satz, aber egal. \:mrgreen\: Natürlich muss es heißen Ich kenne einen Studenten. Die Endung wird hier sehr oft weggelassen.

Befürchtungen, die Vogelgrippe sei auf den Menschen übertragbar, wurden bestätigt.
So oder in ähnlicher Konstellation liest man häufig vom Plural, der eigentlich gar nicht vorhanden ist. In obigem Beispiel gibt es nur eine einzige Befürchtung. Richtig müsste es also lauten: Die Befürchtung, die Vogelgrippe sei auf den Menschen übertragbar, wurde bestätigt.

Indirekte Rede [korrigiert am 26.03.2006, 00:51]

Sie sagte, das Wetter ist schön.

Auf den ersten Blick mag dieser Satz richtig erscheinen, doch ist er grammatikalisch falsch. Korrekt heißt es: Sie sagte, das Wetter sei schön. Hier muss folglich der Konjunktiv stehen. Dies wird bei der indirekten Rede sehr häufig falsch gemacht.
Wird die indirekte Rede im Nebensatz mit dass eingeleitet, ist auch der Indikativ erlaubt: Sie sagte, dass das Wetter schön ist.

Die Bevölkerung wurde evakuiert. MUSS NOCH GEKLÄRT WERDEN, SACHVERHALT UNKLAR!
Wer das liest, sollte eigentlich so gucken: \:shock\: Eine Definition des Dudens sieht folgendermaßen aus:

Der Duden
e|va|ku|ie|ren <lat.> ([ein Gebiet von Bewohnern] räumen; [Bewohner aus einem Gebiet] aussiedeln; Technik ein Vakuum herstellen)
© Duden - Die deutsche Rechtschreibung, 23. Aufl. Mannheim 2004 [CD-ROM]

Demzufolge kann man natürlich nur Städte oder Ähnliches evakuieren, jedoch keine Menschen selbst.

Ich habe mich erschrocken.
Das hört man auch sehr oft. Wird erschrecken im Zusammenhang mit haben verwendet, heißt es Ich habe mich erschreckt, im Zusammenhang mit sein muss es Ich bin erschrocken lauten.

Die Zeitung erscheint 14-tägig.
Dies würde bedeuten, dass die Zeitung 2 Wochen lang erscheint und danach nicht mehr. Eine Zeitschrift, die alle 2 Wochen erscheint, erscheint somit 14-täglich, so ungewohnt es klingen mag. Die Endung -tägig bezieht sich auf die Dauer, -täglich jedoch auf ein Intervall.

Mehrzahl von Wörtern

Indexe ist eine korrekte Mehrzahl des Wortes Index. Indizes gefällt mir deutlich besser. Mich würde interessieren, ob Indexe nachträglich einmal in den Duden aufgenommen wurde, da dieses Wort immer gebräuchlicher wurde.

Atlasse ist ebenfalls eine gültige Mehrzahl von Atlas. Atlanten, die Mehrzahl, die es schon immer gibt, klingt jedoch viel "deutscher", finde ich. \;\)

Kaktusse ist offiziell falsch. Die hochdeutsche Mehrzahl von Kaktus bleibt weiterhin Kakteen, auch wenn Kaktusse mit dem Hinweis [ugs.] im Duden steht.

Pizzas ist als Mehrzahl gängig und auch korrekt. Das versteht ein Italiener auch irgendwie besser als Pizzen \:stupid\: .

Spaghetti ist bereits Mehrzahl. Spaghettis gibt es in der deutschen Sprache nicht..

Lexikone gibt es glücklicherweise nicht. \:D Es lautet immer noch Lexika oder Lexiken. Doch bei den ständigen Anpassungen des Dudens würde es mich nicht wundern, auch diese Form der Mehrzahl bald darin wiederfinden zu können.

Status ist sowohl Singular als auch einzig korrekter Plural, damit hatte ich anfangs auch Probleme, ich rätselte oft, ob es nicht Stati oder Statusse heißt, wobei mir beides seltsam vorkam.

Daten ist die einzige korrekte Pluralform des Wortes Datum. Mehrere Datums gibt es nicht, auch wenn man das ab und zu liest.

Kommas galt ursprünglich nicht als Mehrzahl von Komma, doch Kommata fanden die Leute wohl irgendwann zu altmodisch, sodass Kommas als gültige Mehrzahl im Duden aufgenommen wurde.

[hinzugefügt am 26.03.2006, 18:11]
Museums ist keine korrekte Mehrzahl von Museum. Museume schon gar nicht. Richtig ist hier nur Museen.

[hinzugefügt am 01.04.2006, 22:58]
AGBs begegnet man auf einigen Internetseiten, doch was sind AGBs?
Schaut man im Lexikon oder im Duden nach, wird man folgendes lesen können:
AGB allgemeine Geschäftsbedingungen.
Was dann AGBs sein sollen, kann ich mir nicht erklären. \:zwinker\:

Sonstiges

Super-GAU [korrigiert am 30.03.2006, 09:39]
Ich frage mich jedesmal, wenn ich es im Radio höre, was dies eigentlich sein soll. Da ein GAU der Größte Anzunehmende Unfall ist, gibt es nichts größeres mehr.

Getrenntschreibung [hinzugefügt am 25.03.2006, 22:32]
Ich bin immer noch schockiert, doch es ist tatsächlich so, dass sehr viele Begriffe getrennt geschrieben werden, die man im Deutschen jedoch zusammen schreibt. In Werbeprospekten liest man zum Beispiel Dinge wie Trüffel Pralinen, Pfeffer Salami, Hefe Weizen oder Enten Schenkel-Pfanne \:shock\: (Diese Ausschnitte sind nur wenige, die ich am Samstag, den 25.03.2006 in diversen Werbeprospekten gefunden habe).
Dass man Wörter, die man zusammen schreibt, zur besseren Lesbarkeit mit Bindestrichen versieht, kann ich noch irgendwo nachvollziehen (da wäre beispielsweise Edelstahl-Solar-Bodeneinbauleuchte, auch wenn ich das nun anders getrennt hätte), doch die Getrenntschreibung macht diese Wörter nur unübersichtlicher, zumal das dann alles andere als deutsch ist.

Welt der Apostrophe [hinzugefügt am 25.03.2006, 22:44]
Zunehmend wird bei der Bildung der Mehrzahl ein Apostroph verwendet. Es kommen Wortneuschöpfungen wie Website's oder Kaffee's zustande.
Doch damit nicht genug, denn ein korrektes Hochkomma, was bei der Mehrzahlbildung natürlich fehl am Platz ist, wird durch ein ' dargestellt. Verwendet werden stattdessen jedoch sehr häufig die Akzentzeichen ´ und `. Dies ergibt Sätze wie Er war´s oder So ist`s eben. Da kann man nur den Kopf schütteln.

Das Gleiche / Das Selbe [hinzugefügt am 29.03.2006, 11:28]
Sehr oft ist der Unterschied zwischen gleiche und selbe nicht bekannt und daher wird häufig angenommen, das eine Adjektiv sei das Synonym zum anderen, doch dies ist nicht der Fall.

Man spricht immer von selben, wenn es sich um einen einzigen Gegenstand handelt. Ist der Gegenstand von Aussehen/Marke etc. identisch wie ein anderer, dann sind es die gleichen Gegenstände.

Den Unterschied werde ich anhand eines Beispiels veranschaulichen:
Angenommen ein Schüler und ein Lehrer haben einen Bleistift gleicher Marke, dann haben beide den gleichen Bleistift, doch haben sie nicht den selben Bleistift, da es sich um zwei verschiedene Bleistifte handelt. Wenn es sich um den selben Bleistift handeln würde, dann ginge es um ein und den selben Bleistift (ein einziger), aber da es zwei verschiedene sind, sind es nur die gleichen Bleistifte.

Übrigens hat mir das mein Religionslehrer damals beigebracht. \:\)

Seid / Seit [hinzugefügt am 01.04.2006, 10:02]
Häufig werden seid und seit durcheinandergebracht. Man muss sich einfach merken seit bei Zeit.

Beispiele:
Zeit: Seit 5 Uhr, Seit gestern, Seit 1985
Sonst: Ihr seid lieb., Seid ihr hungrig?

Verneinte Fragen [hinzugefügt am 29.03.2006, 11:39]
Sachverhalt momentan unklar!
Oh ja, das ist ein Klassiker muss man sagen. Wird einem eine verneinte Frage gestellt, ist es korrekt, mit der gegenteiligen Antwort auf eine nicht verneinte Frage zu antworten. Soweit erscheint das einleuchtend, doch schauen wir und die Praxis anhand eines Beispiels an:

Person A: Hast du gestern keine Klausur geschrieben?
Person B: Nein.

In den meisten Fällen wird es so interpretiert, dass gestern keine Klausur geschrieben wurde, doch ist genau das Gegenteil ist der Fall. Nein bedeutet hier korrekt betrachtet, dass gestern eine Klausur geschrieben wurde. Um dies zu beweisen drehen wir einfach die Fragestellung um:

Person A: Hast du gestern eine Klausur geschrieben?
Person B: Nein.

Ist die Frage nicht verneint gestellt, ist offensichtlich, dass nein hier bedeutet, es wurde keine Klausur geschrieben. Ist die Frage jedoch verneint, kann nein unmöglich genau das Gleiche bedeuten, wie auf eine nicht verneinte Frage.

Ich gebe jedoch offen zu, dass ich so antworte, wie es die meisten dann auch interpretieren werden, oder ich antworte in einem ganzen Satz: Nein, ich habe gestern eine Klausur geschrieben. oder Doch, ich habe gestern eine Klausur geschrieben., dann kann es auch nicht zu Missverständnissen kommen.

Unlogisches

Die Mehrzahl von Visum ist Visa (nicht Visas!), doch wieso ist die Mehrzahl von Universum dann Universen und nicht Universa?

Chaos existiert nur in der Einzahl. Doch wenn ich auf meinem Schreibtisch Chaos habe und im Büro ebenfalls, dann ist das doch noch lange kein großes Chaos. \:gruebel\:

Wieso heißt es Eltern und nicht Ältern wo dieses Wort doch von Alter kommt? Zugegeben, es sähe bescheuert aus, doch neben aufwendig gibt es nun die Schreibweise aufwändig, da dieses Adjektiv von Aufwand kommt. Bei dem Wort Eltern wäre es logisch gewesen, auch die zweite Schreibweise einzuführen.

Die neue Rechtschreibung ist in einigen Dingen wirklich logischer, doch andere Dinge kann man einfach nicht verstehen ...

Kürzlich habe ich mit meiner Großmutter über die neue Rechtschreibung diskutiert und dabei fiel folgender Gedanke:
Uns ist keine andere Sprache eingefallen, die eine so komplizierte Groß-/Kleinschreibung hat, wie die deutsche Sprache. Bei uns werden bei weitem nicht nur Namen, Eigennamen und Substantive groß geschrieben. Beispielsweise werden im Englischen alle Worte klein geschrieben bis auf I, Namen und Eigennamen.
Wieso muss es dann im Deutschen so umständlich sein? Wer aus dem Ausland kommt und deutsch lernt, wird große Probleme haben. Im Internet liest man immer mehr Beiträge in Foren, die durchweg klein geschrieben sind. Das gefällt mir zwar nicht, aber logisch wäre eine solche Rechschreibung allemal. Aber ich bin dennoch dagegen, alles klein zu schreiben, es war nur eine Bemerkung, wie kompliziert das Deutsche ist.

Wen die Tücken der deutschen Sprache interessieren, dem kann ich folgende zwei Bücher empfehlen. Nicht alle, jedoch ein paar der oben erwähnten Dinge, werden in diesen Büchern angesprochen. Natürlich sind viele weitere enthalten. Übrigens, der Titel des Buches ist ebenfalls ein Wortspiel, korrekt müsste es Der Dativ ist des Genitivs Tod heißen. Clever umgesetzt, oder? \;\)



Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod I
Autor: Bastian Sick
ISBN: 3-462-03448-0



Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod II
Autor: Bastian Sick
ISBN: 3-462-03606-8

26.03.2006, 23:35: Englische Studie entfernt, Grund: Fake
28.03.2006, 14:31: Fugen-s Artikel entfernt entfernt, Grund: Viele Ausnahmen, darüber könnte man komplett einen extra Artikel schreiben. *g*

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Kommentare

  • luke
    24.03.2006, 16:05
  • Hallo, also das ist ja sehr lobenswert, aber "dabei viel folgender Gedanke", dass nämlich ein "Word" oder sogar mehrere bei dir selbst falsch geschrieben sind.
    "Kein Wunder, machen es viele junge Menschen falsch".

    Also entweder ich habe hier ganz krass Sarkasmus verpasst, oder du selpst Nase fasst bitte! \;\)

    mfg
    luke
    Präsident des Fereins zur Pewahrung der Rächdschraipung

    PS: "Nein, ich bin nicht für solche dafür, alle Rechschreibregeln abzuschaffen". Liest sich aber fast so \;\)
  • Matze
    (registriert)
    24.03.2006, 16:31
  • Hi,

    > Hallo, also das ist ja sehr lobenswert, aber "dabei viel folgender Gedanke", dass nämlich ein "Word" oder sogar mehrere bei dir selbst falsch geschrieben sind.

    Ups ist das peinlich. Das war sind meine berühmt berüchtigten Flüchtigkeitsfehler, ich habe sie korrigiert, dankesehr.


    > "Kein Wunder, machen es viele junge Menschen falsch"

    Darauf beziehe ich mich auf die Werbung. Diese Klingeltonwerbung ist eine Art Ohrwurm in meinen Augen. Hören Kinder dies, dann merken die sich sowas leider.
  • Daniel
    25.03.2006, 16:36
  • Sehr geiler Post, wollte auch schon was in dieser Richtung verfassen ... Bugs im Sprachgebrauch \;\) Wobei ich ein paar Sachen echt noch nicht wusste und auch scheinbar (*hust*) falsch gemacht habe ...

    Mir sind da aber ein paar Sachen aufgefallen... zwar ist im Internet Standart Standard, aber was auch in Publikationen haeufig vorkommt und mich schon fast tierisch ankotzt:

    Getrennt Schreibung!

    Sei es in Werbeprospekten (Mikro Welle!), auf Plakaten oder Schildern, ueberall findet man zusammengestetzt Substantive, die eigentlich auseinander geschrieben werden (sollten). Teils zwar nur, um einen haesslichen Bindestrich zu ersparen, aber das wissen die Nachmacherlemminge trotzdem nicht ...

    Ausserdem hast du auch das Apostroph-S vergessen, dazu gibts zahllose Website's. Dass die Leute die Reichhaltigkeit ihrer Tastatur mit drei verschiedenen "Apostrophen" ausnutzen, sei auch erwaehnt.

    Die englische Studie ist btw ein Fake - es kmomt sher whol daaurf an, in wleechr Rnifhgloee die Bshtcbuaen seethn. (doofer Beispielsatz, viele kurze Worte, ich weiss...)

    Deine Rechtschreibfehler im Post (Ueberfall der Anglizismen!) seien dir (und auch mir hier im Kommentar) verziehen \:D
  • Matze
    (registriert)
    25.03.2006, 18:10
  • Hi Daniel,
    erstmal danke für's Lob.

    Zu den Apostrophen kann ich gerne noch etwas schreiben und auch zur Getrenntschreibung, wobei ich da zugeben muss, dass ich manche Wörter auch mit Binderstrich schreibe, die eigentlich zusammen geschrieben werden. Dies mache ich jedoch wegen der besseren Lesbarkeit (Blödes Bsp: Kernkraftwerkreaktor, da finde ich, liest sich "Kernkraftwerk-Reaktor" deutlich leichter, doch das ist ansichtssache und natürlich kein korrektes Deutsch).
    Hingegen "Mikro Welle", also sowas habe ich noch nicht zustande bekommen, das ist richtig übel. *g*
  • Daniel
    25.03.2006, 19:39
  • Ich habe vorhin Mineral Wasser gekauft ... das meine ich \;\) Ob jetzt alles am Stueck oder mit Bindestrich mit Sinn dahinter juckt jetzt nicht so gross \;\)
  • Matze
    (registriert)
    25.03.2006, 19:45
  • \:shock\: Das ist mir bisher noch nie aufgefallen. Darauf muss ich glatt mal achten, vielleicht ist das bei den Lebensmittelgeschäften hier in der Nähe genau so.

    Wenn ich das in einem Werbeprospekt sehe, scanne ich das umgehend ein und lade es hier hoch.

    Edit: Gerade schlage ich einen Prospekt auf und lese "Trüffel Pralinen", übel ...
  • 3_of_8
    25.03.2006, 22:57
  • "Sie sagte, dass das Wetter schön ist.
    Auf den ersten Blick mag dieser Satz richtig erscheinen, doch ist er grammatikalisch falsch. Korrekt heißt es: Sie sagte, dass das Wetter schön sei oder natürlich auch Sie sagte, das Wetter sei schön. Dies wird bei der indirekten Rede sehr häufig falsch gemacht."

    Das ist inkorrekt. Es gibt drei Möglichkeiten:
    Indirekte Rede mit "dass"
    Indirekte Rede mit Konjunktiv
    Indirekte Rede mit Konjunktiv und "dass"

    Auch die erste ist richtig.
  • Matze
    (registriert)
    25.03.2006, 23:34
  • Die indirekte Rede ist in der deutschen Sprache, wieich es in Erinnerung habe, generell mit dem Konunktiv zu bilden, auch wenn dieser umganssprachlich immer mehr in den Hintergrund gerät.
  • 3_of_8
    25.03.2006, 23:42
  • Also in meinem Deutschschulbuch steht obiges.

    Und ich verweise auch mal hierauf: http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Verb/Modi/Indirekte.html
  • Matze
    (registriert)
    25.03.2006, 23:52
  • Alle Achtung, das habe so noch nicht gelesen. \:oops\: Ich danke dir und habe es korrigiert.
  • one
    26.03.2006, 22:27
  • Schmeiss mal die "Englische Studie" raus oder kennzeichne sie anders.
    Das war ein Spaß aus dem Netz. Klappt nur, wenn man bestimmte Wörter verwendet.
  • Matze
    (registriert)
    26.03.2006, 22:37
  • Ok, die Studie ist nun draßen. Nun sind's schon 2, die diese weg haben wollten. Und ich habe nachgelesen, es ist tatsächlich ein Fake, aber dennoch ganz erstaunlich bei dem Beispieltext, finde ich.
  • Merlin2001
    28.03.2006, 12:35
  • zu "Einkommenssteuer":

    Ich gehe davon aus, dass du Bastian Sicks Bücker gelesen hast. Nun schreibt Herr Sick aber zum Thema Fugen-s, dass es stehen kann, wenn dadurch die Aussprache erleichtert wird - es ist also eher Geschmack-"s"-sache, ob das "s" steht oder nicht. Übrigens steht die vermeintlich falsche Schreibweise auch im Duden und zwar mit dem Vermerk "fachspr. auch Einkommensteuer".
    Somit ist also beides richtig und dein Eintrag zu korrigieren ^^
    Natürlich soll auch mein Lob nicht zu kurz kommen!!! Endlich beschäftigt sich mal jemand damit.

    MfG Merlin2001
  • Matze
    (registriert)
    28.03.2006, 13:32
  • Hallo Merlin,

    ja, ich habe diese Bücher gelesen, doch das ist schon ein Weilchen her. Soeben schaute ich nochmals nach und du hast recht, da gibt es ja unzählige Ausnahmen und Regelungen, die ich natürlich nicht alle erwähnen kann. Hinzu käme, dass nicht alles auf Regeln basiert. Dies gab mir den Anlass, diesen kleinen Absatz komplett zu entfernen. Danke für Lob und diese Kritik.
  • Phistev
    29.03.2006, 18:48
  • Ein GAU ist nur ein größter ANZUNEHMENDER Unfall. Darüber hinaus gibt es natürlich auch Unglücke / Unfälle, die keiner voraussehen und damit annehmen kann, z. B. weil die Technik fortschreitet. Bei Hochhäusern rechnet man bei der Planung und beim Bau zwar mit Flugzeugkollisionen, nur kann niemand ahnen, wie groß die Tanks in 20, 30 Jahren sind und womit sie gefällt werden. Irgendwann wird es dann so sein, dass Flugzeugkollisionen dank des Treibstoffs (sowohl Art als auch Menge) zum Einsturz des Hochhauses führen. Aus der Sicht der Planer wäre das dann ein Super-GAU.
  • Matze
    (registriert)
    29.03.2006, 21:49
  • Hi,
    ich finde die Bezeichnung dennoch sehr irreführend. Geschieht ein Unfall, den man nicht voraussehen kann, dann darf auch nicht von einem GAU gesprochen werden. Ein Super-GAU wäre ja pingelig über setzt ein super größter anzunehmender Unfall. Das "A" steht auf jedenfall weiterhin für "anzunehmend" und da man es nicht annehmen konnte, ist die Bezeichnung für mich schlichtweg falsch.
  • Maël
    29.03.2006, 23:43
  • Das mit dem als/wie ist je nach Region unterschiedlich, und anscheinend Dialekt.
    Im Norden eher "als", im Süden eher "wie".
    Im Fernsehen gibt es leider auch eine ganze Menge Leute (inkl. Nachrichtensprecher/Reporter) die den Unterschied nicht kennen.
  • Maël
    29.03.2006, 23:51
  • Für Lexikon fehlt noch der Plural Lexikons

    In /Jahreszahl/, also "in 2006" ist auch ein gängiger Fehler, richtig ist nur "Im Jahre 2006" oder schlicht "2006".

    Zur indirekten Rede:
    Sie sagte, das Wetter ist schön.
    könnte man auch als Zeichensetzungsfehler interpretieren, möglich wäre:
    Sie sagte: "Das Wetter ist schön."
  • Maël
    30.03.2006, 00:05
  • GAU heißt: größter anzunehmender Unfall
    nicht
    größtes anzunehmendes Unglück
  • Matze
    (registriert)
    30.03.2006, 08:51
  • Hallo Maël,
    vielen Dank erstmal!

    zu "als/wie":
    Das stimmt, einigen ist der Unterschied nicht bekannt, doch in der deutschen Hochsprache gibt es, soweit ich weiß, nur diese eine Regel.

    zu "Lexikons":
    In der 23. Auflage des Dudens gab es Lexikons noch nicht. Ich werde dies später noch in der Ausgabe vom Dezember 2005 nachlesen, doch kann ich mir nicht vorstellen, dass sich da etwas geändert hat:

    Le|xi|kon, das; -s, Plur. ...ka, auch ...ken (alphabetisch geordnetes Nachschlagewerk; auch für Wörterbuch)
    © Duden - Die deutsche Rechtschreibung, 23. Aufl. Mannheim 2004 [CD-ROM]

    zur Jahreszahl:
    Das habe ich soeben hinzugefügt.

    zur indirekten Rede:
    Das ist korrekt, doch das wäre dann die direkte Rede und hier handelt es sich um die indirekte, wie es der Titel auch schon sagt.

    zu "GAU":
    Das habe ich soeben auch korrigiert.

    Grüße, Matze
  • Zerolith
    30.03.2006, 09:24
  • "Wen die Tücken der deutschen Sprache interessiert"

    ... ist es nicht: Tücken .... interessierEN
  • Thorben
    30.03.2006, 15:32
  • Bei "Das Gleiche / Das Selbe" sind die Gegenstände einmal kleingeschrieben. Ich glaube, ich hab' auch noch ein paar andere unbeabsichtigte Rechtschreibfehler gesehen \:wink\: .
    Ansonsten find' ich's super, dass es noch mehr Leute gibt, die etwas gegen die "Verdummung" "unternehmen" \:thumb\: .
  • Matze
    (registriert)
    30.03.2006, 15:52
  • Danke.
    Hm "gegenstände" habe ich in "Gegenstände" korrogiert, sonst sehe ich da eigentlich keine Fehler. \:gruebel\:
  • 3_of_8
    30.03.2006, 15:59
  • evakuieren: [Bewohner aus einem Gebiet] aussiedeln.
    Also kann man auch sagen "Die Bevölkerung wurde evakuiert."

    "Das macht Sinn." ist mittlerweile in den Sprachgebraucht übergegangen und ich würde es daher als korrekt einstufen.

    "Der Einzigste" ist ein Pleonasmus, also ein Stilmittel um hervorzuheben, dass die betroffene Person die einzige ist. Daher ist es nicht zwingend inkorrekt.
  • Matze
    (registriert)
    30.03.2006, 16:13
  • > Also kann man auch sagen "Die Bevölkerung wurde evakuiert."
    Nein, das geht nicht. "Evakuieren" bedeutet in übertragenem Sinne "etwas leerräumen" (Der Dativ ist den Genitiv sein Tod, Bd 1 oder Bd2), daraus ist auch dieses Beispiel.

    > "Das macht Sinn." ist mittlerweile in den Sprachgebraucht übergegangen und ich würde es daher als korrekt einstufen.
    Die Umgangsprache ist für mich noch lange nicht korrekt.

    > "Der Einzigste" ist ein Pleonasmus, also ein Stilmittel um hervorzuheben, dass die betroffene Person die einzige ist. Daher ist es nicht zwingend inkorrekt.
    Nein, das ist schlichtweg falsch (s. Duden)
  • 3_of_8
    30.03.2006, 16:17
  • Wenn im Duden steht "[Bewohner aus einem Gebiet] aussiedeln." dann impliziert das, dass die Bewohner das Objekt des Verbs "evakuieren" sind.
  • Matze
    (registriert)
    30.03.2006, 16:20
  • Das ist eigentlich wirklich eine gute Frage. Da sollte ich glatt mal bei Herrn Sick nachfragen, wie das genau ausschaut.

    Nachtrag: Mail ist raus, da bin ich nun aber mal gespannt. \:\)
  • 3_of_8
    30.03.2006, 16:33
  • Der Autor deines Buches ist ja auch nur ein Mensch, er kann sich irren. Ich mich nicht, ich bin Borg. \;\)

    (Nicht ernst gemeint.)
  • luke
    02.04.2006, 11:59
  • Zitat Kollektiv: "Wenn im Duden steht "[Bewohner aus einem Gebiet] aussiedeln." dann impliziert das, dass die Bewohner das Objekt des Verbs "evakuieren" sind."

    Sehe ich nicht so. e-vakuieren kommt aus dem Latein oder griechisch(ex = Vorsible aus-; vakuum = leer oder so ähnlich...). und wer will die Bevölkerung ausleeren? Staubsauger in Mund und Vakuum herstellen?

    Ach ja noch was: In der Titelleiste steht "Blog Archiv". Da fehlt ganz extrem[st] ein Bindestrich. \;\)
  • 3_of_8
    02.04.2006, 23:42
  • Irrelevant.

    Die Schreibweise im Duden sieht für ich ziemlich eindeutig aus.

    Ich kann Latein (ja, es ist Latein. Kein Griechisch.) und es kommt tatsächlich von e: aus, heraus und vakuus: leer.

    Aber wenn du von Emanzipation sprichst, meinst du dann eine Sklavenbefreiung? Wahrscheinlich nicht.

    Was ich damit sagen will, die Bedeutungen sind nicht immer 1:1 aus dem Lateinischen/Griechischen zu übernhemen. Die Bedeutung könnte sich gewandelt haben.

    Mal schauen, was Herr Bastian Sick dazu sagt.
  • Matze
    (registriert)
    02.04.2006, 23:54
  • > Ach ja noch was: In der Titelleiste steht "Blog Archiv". Da fehlt ganz extrem[st] ein Bindestrich.
    Stimmt, die Wordpressentwickler sind wohl keine Deutschen, ich ändere es. \;\)

    > Irrelevant.
    Sehe ich aus Sicht des Dudens als DAS NAchschlagewerk schlechthin, genauso. Auch wenn die Herleitung aus dem Lateinischen wohl die korrekte sein müsste.
    Herr Sick sei gerade sehr beschäftigt, kam in einer automatisch gesendeten Antwort, mal sehen, was das nun für uns bedeutet.
  • Jasocul
    11.04.2006, 17:37
  • Du hast noch "öfters" vergessen. Das ist zwar inzwischen laut Duden auch zulässig, aber im Grunde blödsinn.
  • Matze
    (registriert)
    11.04.2006, 18:53
  • Hallo,
    danke, ist auf meinem Notitzzettel und wird demnächst aufgenommen.
  • Alexander
    13.04.2006, 20:53
  • Der Herr Sick hat auch nicht alles 100 %-richtig in seinem Buch.
    Ein Lehrer an unserer Schule hat ein paar Feinheiten rausgefunden, wo er auch sich täuscht.
    Versuche mich gerade daran zu erinnern.
    -> Ich melde mich wenn ich genaueres weiß.
  • Nicolai
    15.04.2006, 12:29
  • > Status ist sowohl Singular als auch einzig korrekter Plural, damit hatte ich anfangs auch Probleme, ich rätselte oft, ob es nicht Stati oder Statusse heißt, wobei mir beides seltsam vorkam.

    hmm, das ist zwar korrekt, aber mein Lateinlehrer versucht uns immer davon zu überzeugen, es mit einem langen "u" zu sprechen.
    Dann kann man Singular und Plural unterscheiden, richtet sich jedoch nach dem lateinischen - so falsch kann das auch nicht sein \:\)
  • Hannes
    16.04.2006, 23:08
  • Graffito = Einzahl
    Graffiti = Mehrzahl

    nicht: Graffiti = Ez und Graffities = Mz...
    wollte ich nur mal von der seele bekommen.. \:\)
  • Matze
    (registriert)
    16.04.2006, 23:21
  • @Nicolai: Ah, wieder etwas dazugelernt. \;\)
    @Hannes: Jupp, stimmt. Wie bei "Spaghetti" \:\)
  • 3_of_8
    17.04.2006, 13:01
  • Die Schreibweise "Spagetti" tut doch wirklich weh, oder? Und das schlimmste: Sie ist nach einigen Schlechtschreibreformen sogar richtig.
  • Matze
    (registriert)
    17.04.2006, 13:11
  • Das ist wie mit "Känguru" oder "Panter". Mit "h" hat mir das irgendwie besser gefallen.
  • Thomas Seidel
    18.04.2006, 15:47
  • Selbst renomierte deutsche Zeitungen machen diesen Fehler:

    Auf Grund der Reform der Deutschen Rechtschreibung ist unsere Sprache jetzt vollkommen abgesoffen!

    Ja, denn "Auf Grund" geht etwa ein Schiff wenn es auf dem Meeresgrund sinkt. Dann und nur dann schreibt man "auf Grund" getrennt und "Grund groß.

    Will man jedoch ein Motiv zum Ausdruck bringen, bleibt es zusammengeschrieben und klein!
    Denn nur aufgrund der Rechtschreibreform kommt es zu diesen Mißverständnissen.
    Also wer will, daß seine Motive nicht alle im Wasser absaufen, sollte dies beherzigen.
  • Matze
    (registriert)
    18.04.2006, 19:21
  • Was mich tierisch nervt ist, dass ab August 2006 schon wieder neue Regelungen eingeführt werden sollen. Entweder stecken Duden-Mitarbeiter hinter der ganzen Sache, oder die Verantwortlichen drehen vollends durch. Das ist ja nicht mehr zumutbar!
  • -Frank.
    21.04.2006, 23:13
  • "... hinterlassen Sie gern eine Nachricht, ich rufe Sie dann so schnell als möglich zurück ..." tönt es ein um's andere mal vom Anrufbeantworter einer Freundin; ich mag sie schon gar nicht mehr anrufen ...

    Schön aber auch eine neue Form des Wortes "gern" - hier in Hamburg zumindest wird es gern so als Antwort gebraucht, wenn man sich bedankt: "Danke schön" - "Ger-hern!"

    -F.
  • 3_of_8
    24.04.2006, 12:23
  • Spagetti klingt vor allem deshalb falsch, weil das im Italienischen ganz anders ausgesprochen würde als Spaghetti.
  • Maël
    24.04.2006, 20:07
  • Hallo Matze,
    nochmal zum Plural von Lexikon:
    nach meinen Duden-Oxford (Deutsch-Englisch/Englisch-Deutsch)-Wörterbuch (1999) sind folgende Pluralformen erlaubt:
    Lexikons, Lexika od. Lexiken
  • Maël
    24.04.2006, 20:10
  • Nur noch mal die genaue Referenz:
    Duden-Oxford (Deutsch-Englisch/Englisch-Deutsch)-Wörterbuch:
    Duden-Oxford - Großwörterbuch Englisch. 2. Aufl. Mannheim 1999. [CD-ROM]
  • hannes hernler
    24.04.2006, 20:12
  • gratuliere zu dieser zusammenstellung. möchte gleich noch was zur gross/kleinschreibung beitragen.
    es ist eine frage der usability!

    ich selbst schreib gerne kleine, weil ich beim bundesheer schreibmaschine glernt hab, für
    den fernschreiber und der kannte keine unterschiede. und bei kurzen texten, wie ich sie
    meistens brauche (emails, sms, notizen,headlines...) ist es ja auch nicht wichtig.

    aber wenn man bücher liest, seitenweise, viele seitenweise, viele viele seitenweise,
    dann macht sich das ähnlich bemerkbar, wie eine unzerkratzte CD trotz gutem
    fehlerkorrektur-chip im CD player:
    es strengt den teil des gehirnes weniger an, der den text erkennt.

    also meine schlussfolgerung: gross/klein ist ein vorteil für fliesstexte, für
    den täglichen kram sollte man auf die meisten reglen dabei verzichten.
  • Matze
    (registriert)
    25.04.2006, 11:25
  • @Maël: Mein Duden (23. Auflage), kennt nur <strong>Lexika</strong> und <strong>Lexiken</strong>. \:gruebel\:
    @hannes hernler: Ich finde generell, ob bei kurzen Texten oder langen, dass die Groß-/Kleinschreibung das Lesen deutlich erleichtert. Aber das ist wohl auch Ansichtssache.
  • nezumi
    28.04.2006, 11:39
  • Schöne Seite, in einem Punkt bin ich allerdings anderer Ansicht. Den Ausführungen zur "verneinenden Frage" liegt erkennbar die Annahme zugrunde, man müsse bei ihr die Antwortalternativen "ja", "nein" einfach umdrehen, um zum selben Aussagegehalt zu kommen, wie bei der normalen Frage: Wenn man auf eine normale Frage ("Hast Du gestern eine Klausur geschrieben?") mit "nein" antworte, müsse man bei einer verneinenden Frage ("Hast Du gestern keine Klausur geschrieben?") "ja" sagen und umgekehrt.

    Häufig wird das auch damit begründet "Minus mal Minus" ergebe "Plus". Das Nein in der Frage werde gewissermaßen durch das Nein in der Antwort beseitigt, so dass im Ergebnis eine geschriebene Klausur am Vortag übrigbleibe. Wer dagegen auf eine verneinende Frage mit "Ja" antworte, habe sozusagen das "Nein" in der Frage bestätigt.

    Ich halte das für falsch. Die deutsche Sprache folgt nicht mathematischen Regeln, ihr ist daher auch nicht mit solchen Gleichungen beizukommen. Das beste Beispiel dafür ist, dass man auf eine verneinende Frage gar nicht mit "ja" antworten kann. Das hört sich nicht nur komisch an, das versteht auch kein Mensch. Wer eine Klausur am Vortag geschrieben hat, muss auf eine entsprechende verneinende Frage mit "doch" antworten. Nur das ist richtig, ein schlichtes "Ja" gibt es auf eine solche Frage nicht. Wer auf diese Frage dagegen mit "nein" antwortet hat tatsächlich keine Klasusur geschrieben, da er andernfalls "doch" hätte sagen müssen.

    Allein das entspricht auch dem Sprachgefühl, welches man - trotz aller Bemühungen, Logik in eine Sprache zu bekommen - nie ganz außer Acht lassen sollte.
  • Matze
    (registriert)
    28.04.2006, 11:52
  • Es ist richtig, ein "ja" auf eine verneinte Frage klingt wirklich seltsam. Doch auch in Fensehsendungen (Bsp: Genial Daneben, Wer wird Milionär) bekommt man häufig mit, dass man eine Antwort auf eine verneinte Fragen auf beide Arten interpretieren kann. Die Moderatoren dort waren dann auch immer meiner Ansicht, was natürlich ncihts heißen mag. Aber mir persönlich erscheint es so auch logischer. Dies hat jedoch nichts mit mathematischen Regeln zu tun, nur finde ich es unlogisch, dass auf eine verneinte Frage genauso geantwortet wird wie auf eine nicht verneinte. Denn dann gäbe es zwischen den beiden Fragestellungen ja keinen Unterschied und den muss es geben, auch bei der Antwort.
    Am Sonntag kommt meine Großmutter zu Besuch, die lange jahre Deutschlehrerin war, die werde ich mal fragen, was sie dazu meint, wenn ich es nicht vergesse und werde den Artikel dann ggf. korrigieren. Danke für deinen Kommentar.
  • nezumi
    28.04.2006, 12:06
  • Ich gebe zu, dass ein einfaches "nein" nicht ganz eindeutig ist. Deshalb fügt man meist nochwas an. Aber wenn man das tut, sagt man doch eher:

    "Nein, ich habe keine Klausur geschrieben"

    oder

    "Doch, ich habe eine geschrieben" (und nicht "nein, ich habe eine geschrieben").

    Aber berichte doch mal, was Deine Großmutter dazu sagt. Würde mich auch interessieren, weil ich über diese Frage auch schon oft diskutiert habe....
  • Matze
    (registriert)
    28.04.2006, 12:17
  • Jupp mache ich und stimmt, "doch" verwende ich auch meistens, das werde ich als weiteres Beispiel gleich noch einfügen.
  • Daniel
    01.05.2006, 01:28
  • Hihi ... http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/technik/index,page=3488860.html

    [...] der noch vor vier Jahren als bedenklich eingestufte und zwischenzeitlich sanierte Kappelberg Tunnel bei Stuttgart.
  • Henrik
    20.06.2006, 17:05
  • Verneinte Frage: Antwort nein oder doch.
  • Zerolith :: Daniels Blog :: Atlasse, Datums und wi
    26.06.2006, 21:54
  • [...] Hab endlich diesen Artikel wieder gefunden und hab festgestellt, dass mein Delphi-Praxis "Kollege" ihn wieder erweitert hat. [...]
  • Nicole
    18.08.2006, 15:40
  • Rechtschreibung ist ein unermüdliches Diskussionsthema, erst recht zur Reform der Reform. Wir haben uns auch Gedanken dazu gemacht und einen Weg gesucht, wie die Rechtschreibung einfacher und konsequenter reformiert werden könnte. Erst war es nur eine Idee von Zweien und als wir es dann mehr und mehr erzählt und für SMS und Mail genutzt haben wurde daraus schließlich ein Sprachspaß und jetzt auch eine Internetseite.
    Schau doch mal rein! www.radiks.de
  • Nicole
    18.08.2006, 15:42
  • Rechtschreibung ist ein unermüdliches Diskussionsthema, erst recht zur Reform der Reform. Wir haben uns auch Gedanken dazu gemacht und einen Weg gesucht, wie die Rechtschreibung einfacher und konsequenter reformiert werden könnte. Erst war es nur eine Idee von Zweien und als wir es dann mehr und mehr erzählt und für SMS und Mail genutzt haben wurde daraus schließlich ein Sprachspaß und jetzt auch eine Internetseite.
    Schau doch mal rein! www.radiks.de
  • klusi
    07.05.2007, 15:50
  • sers alle i bin der volle rechtschreibfan euer chacker
  • Achim
    14.08.2011, 21:03
  • Ihr habt alle Recht, es ist auch gut gemeint, hat jedoch keinen Zweck, seht euch bloß mal an was die Politiker samt Kanzlerin verbocken, erfinden neue Wörter, wenn ich schon das Wort "entschleunigen" höre wird mir übel.
    Ich verwende die neue deutsche Rechtschreibung aus Gründen der Unkenntnis überhaupt nicht. Schreibe wie damals gelernt groß, klein uns auch Eszet.
    Liebe Grüße an alle die noch die Shifttaste beherrschen.
  • Michael
    23.06.2012, 18:37
  • Der Begriff Super-GAU ergibt sehr wohl Sinn.

    Es gibt etwas schlimmeres als den "Größten anzunehmenden Unfall".

    Das ist der größte, nicht anzunehmende (weil ja ach so unwahrscheinlich) Unfall.

    Passiert also ein vollkommen unvorhergesehener Unfall, ist der Begriff "GAU" falsch! Weil dieser Unfall nicht anzunnehmen war.

    Wir brauchen also den Begriff "GNAU"! ;o)
  • Christof
    13.03.2013, 21:18
  • Zum Super-GAU
    Der GAU = "größter anzunehmender Unfall" ist ein Bemessungsfall aus dem Kernkraftwerksbau.
    Wie das Wort "anzunehmender" zeigt, ist das nicht der größtmögliche Unfall, sondern der größte, der von der Konstruktion noch ohne Schaden für die Umwelt aufgenommen werden soll.
    So soll z.B. beim Bruch der Hauptkühlwasserleitung die Reaktorkühlung durch ein Notkühlsystem sichergestellt werden, und der Unfall somit beherrschbar bleiben.
    Dass darüberhinausgehende Unfälle aber auch möglich sind, hat nicht zuletzt die Katastrophe von Fukushima gezeigt, wo durch den Tsunami sowohl das Hauptkühlsystem als auch die Notkühlsysteme versagt haben, es also über den Bemessungsunfall (GAU) hinaus (super) zu Schäden kam, also zum Super-GAU.

    PS. Erst jetzt habe ich den Kommentar von Michael zum Super-GAU gelesen (ja, ich war vorher ganz auf das Eingabefeld konzentriert) und möchte dazu doch noch einen Kommentar loswerden: Wenn der von ihm vorgeschlagene GNAU der größte nicht anzunehmende Unfall ist, dann muss es ja doch auch noch etwas zwischen GAU und GNAU geben, z.B. einen KNMAU (kleinster nicht mehr anzunehmender Unfall) oder ZNAU (Zweitgrößter nicht anzunehmender Unfall) usw. - da ist mir doch der Super-GAU lieber. \;\-\)

    Gruß Christof
  • ti@dev.ag
    10.10.2015, 01:45
  • sehr geiler Post das!!!

    (na klar, ich geh nicht mit jedem Punkt konform, aber die Zusammenstellung ist großartig!)

    (ich kam über Google mit "im Frühjahr diesen Jahres" hierher... erstaunlich, dass es im "Sommer nächsten Jahres" heißt oder "im Winter letzten Jahres", beim "Frühjahr diesen Jahres" aber beim Genitiv bleibt :-))

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